Regionale Kooperation

Mit vernetztem Denken zur gemeinsamen Region

Auftraggeber:

Im Jahre 2002 ging die Regionale Arbeitsgemeinschaft Bremen-Niedersachsen (RAG) aus der ehemaligen Gemeinsamen Landesplanung (GLP) dieser beiden Bundesländer hervor. Damit war ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer regionalen Kooperation im Nordwesten getan. Der Kooperationsraum umfasst das Land Bremen sowie die umliegenden Landkreise, erstreckt sich von der friesischen Nordseeinsel Wangerooge bis an die Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen im südlichen Landkreis Diepholz und reicht im östlichen Norden bis nach Cuxhaven.

Ausgangsfragestellung:

Auf ihrer ersten Regional­konferenz 2003 hatte die RAG ein Papier verabschiedet, das eine Vision für einen "Maritimen Nordwesten" formulierte. Im Vorfeld der Regional­konferenz im November 2004 stellte sich die Frage, wie die regionale Kooperation innerhalb des RAG-Raumes, aber nach Möglichkeit auch unter Einbeziehung des gesamten Weser-Ems-Gebietes intensiviert werden könnte. Ziel war die Bildung einer Region mit hoher Verbindlichkeit und belastbarer Plattform.

Studiendesign:

Um den Kooperationsprozess zu beschleunigen, interviewte nextpractice zunächst 48 verschiedene Akteure aus dem gesamten Nordwesten mit dem qualitativen Interview- und Analyseverfahren nextexpertizer. Die Befragten gehörten den Bereichen Regierung, Verwaltung (Kreis, Bezirk und Land), Parlamenten, Unternehmen, Banken und Tourismus an. Sie schätzten so unterschiedliche territoriale Einheiten ein wie Städte (etwa Bremen, Osnabrück), Teilregionen (Emsland, Ostfriesland), größere Gebiete (Weser-Ems, Niedersachsen), Agglomerationen (Metropolregion Hamburg, Region Hannover) und touristische Destinationen (Nordsee-Region). Es galt, Bewertungen und Einstellungen zum thematischen Komplex der regionalen Kooperation und der Außendarstellung zu erfassen.

Analyseergebnisse:

Über alle 48 Interviewpartner hinweg war ein ausgeprägter Wunsch nach verstärkter Außendarstellung und gemeinsamem Marketing sowie intensiverer politischer Zusammenarbeit in der Region feststellbar. Bei den favorisierten Erfolgskonzepten ergaben sich jedoch zwei empirisch identifizierbare Hauptströmungen: Eine Gruppe hielt verbindliche Kooperationsplattformen für zwingend erforderlich, die andere Gruppe setzte dagegen auf eine personengebundene Vernetzung. Über alle unterschiedlichen Einschätzungen hinweg sahen beide Gruppen in einer planvollen Wirtschaftsentwicklung sowie der hohen Lebensqualität die größten Stärken der Region. Das Ranking von Teilregionen und Städten offenbarte neben strukturellen auch Imageprobleme zum Beispiel der Städte Bremerhaven und Wilhelmshaven sowie der Region Cuxland/Unterweser.

Praxisableitungen:

Auf der zweitägigen Regionalkonferenz im November 2004 vernetzte nextpractice dann ca. 120 Politiker, Verwaltungsfachleute und Bürger mit dem Moderationstool nextmoderator. Die Interviewergebnisse wurden den Teilnehmern bereits auf der Konferenz in verdichteter Form zurückgemeldet. Zu den diversen Arbeitsschritten, die auf der Grundlage der Befragungs­resultate erfolgten, gehörten unter anderem Ideen- und Maßnahmen­entwicklungen in mehreren Stufen sowie laufend TED-Abfragen zu verschiedenen Themen. Die Ergebnisse der Interviews und der Tagung sowie Stimmen, Fotoimpressionen etc. sind ausführlich unter www.bremen-niedersachsen.de dokumentiert.

Nutzenbewertung:

Jens Eckhoff (CDU), Senator für Bau und Umwelt der Freien Hansestadt Bremen, erklärte auf der anschließenden Pressekonferenz: "Wenn man von Geburtshilfe für die Region spricht, dann war das ein sehr produktiver Kreißsaal. Ich habe viele Tagungen mitgemacht, die man als Quasselbuden bezeichnen musste, das war hier genau das Gegenteil." Auftraggeber Gerd Stötzel, Landrat des Landkreises Diepholz und RAG-Vorsitzender, resümierte gegenüber dem Nordwestradio kurz und bündig: "Ein Riesenerfolg".
Die Wirkung der Tagung war nachhaltig. Im Mai 2005 einigten sich die Akteure der RAG auf die Formierung einer verbindlichen Kooperationsplattform und gründeten die „Metropolregion Bremen-Oldenburg im Nordwesten“.

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