Coalition for the Global Commons

Offener Konsultationsprozess der Coalition for the Global Commons mit nextmoderator

Vollständige Dokumentation aller Vorträge und Ideen als Kubikfoto³ verfügbar

Auf Einladung von Prinz El Hassan bin Talal von Jordanien und der Global Marshall Plan Foundation trafen sich im Frühjahr 2008 in Berlin rund 80 hochrangige Vertreter der weltweiten Zivilgesellschaft, um einen mehrjährigen Konsultationsprozess zu den zentralen Zukunftsfragen der Menschheit zu initiieren. Das Ziel dieser Coalition for the Global Commons ist, weltweit Strategien und Strukturen für mehr Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln. Die Coalition for the Global Commons strebt unter anderem die Realisierung der UN-Milleniumsziele und langfristig die Implementierung einer Ökosozialen Marktwirtschaft an.

Zu den Unterstützern der Coalition for the Global Commons zählen so unterschiedliche Persönlichkeiten wie Bader Omar Al Dafa (Under-Secretary-General UN Economic and Social Commission for Western Asia), Peter Eigen (Transparency International), Franz Josef Radermacher (Club of Rome, Kuratoriumsvorsitzender Stiftung Weltvertrag), Josef Riegler (ehemaliger österreichischer Vizekanzler), Olivier Giscard d’Estaing (Komitee für ein Weltparlament), Nadine Medawar (Hope Without Borders), Priscilla Elworthy (World Future Council), Rupert Neudeck (Green Helmets, Gründer Komitee Cap Anamur) und Zeki Ergas (PEN International, Writers for Peace Committee). Per Video zugeschaltet waren überdies Klaus Töpfer, bis 2006 Exekutiv-Direktor des UN-Umweltprogramms UNEP und Vorsitzender des Rates für Nachhaltige Entwicklung, sowie Rocksänger Peter Gabriel.

Gemeinsam ist ihnen der Wunsch, mittels neuer Partizipationsformen möglichst viele Menschen in die Entwicklung von Lösungen für die drängendsten globalen Probleme und deren Umsetzung einzubinden. Statt politischer Entscheidungen „von oben herab“ und Expertengremien hinter verschlossenen Türen soll die Kraft intelligenter, offener Netzwerke genutzt werden, um weltweit zukunftsweisende Maßnahmenvorschläge zu entwickeln, die auf Grund der offenen Beteiligung eine hohe Akzeptanz finden.

Ermöglicht wird dieser Prozess mit nextmoderator, dem computergestützen Moderationsverfahren von nextpractice. So wurden die 80 Akteure zu einem Netzwerk verbunden, das die kollektive Intelligenz aller Teilnehmer nutzte. Gemeinsam bearbeiteten sie Fragestellungen, generierten Ideen und verdichteten diese über mehrere Bewertungsschritte zu konkreten Maßnahmen.

Auf dem Meeting in Berlin erarbeiteten die Teilnehmer in der von Prof. Peter Kruse (nextpractice) moderierten Online-Ideenbörse eine Reihe von Vorschlägen zur weiteren Gestaltung des Konsultationsprozesses. Diese Beiträge werden nun in den Herkunftsländern der Teilnehmer von nationalen und lokalen Unterstützergruppen weiterentwickelt.

Die Teilnehmer setzten sich nicht nur kognitiv, sondern auch sinnlich-ästhetisch mit Nachhaltigkeit und globalem Ausgleich auseinander. Unter Anleitung des Berliner Aktionskünstler Ernst Handl schufen sie aus individuell gestalteten Messingplatten und einem Stahlgerüst ein gemeinsames Kunstwerk. Dieser im Zuge der Collective-Art-Aktivität entstandene Globus symbolisiert diejenigen Werte, die es im Zuge des angestrebten Konsultationsprozesses weltweit zu realisieren gilt.

Um den Geist der Veranstaltung lebendig zu halten und allen Teilnehmern die Arbeitsmaterialien online zur Verfügung zu stellen, wurden sämtliche Vorträge, alle im Netzwerk entwickelten Ideen und das Kunstwerk in einem interaktiven Kubikfoto³ dokumentiert. Die Veranstaltung kann dort jederzeit virtuell besucht werden.

In ersten spontanen Reaktionen äußerten sich die Teilnehmer begeistert über das Treffen in Berlin.

Bader Omar Al Dafa, Under-Secretary-General UN Economic and Social Commission for Western Asia, schreibt:

“I am honoured to have participated in such a worthwhile meeting in Berlin, which brought together leaders from civil society, academia, politics, media and other sectors to address our global challenges. I would like to thank the organizers, and especially His Royal Highness Prince El Hassan bin Talal, for hosting this thought provoking meeting and encouraging global dialogue. Personally and as a representative of the United Nations, I strongly believe in the ideals of the Global Marshall Plan and hope that the action plan will be aligned to the global UN priorities and principles so that our efforts mutually reinforce each other. In this regard, I am pleased that meeting the Millennium Development Goals, promoting sustainable development, and protecting the environment are central tenants in this effort. For global governance to be effective, it should be approached through participatory mechanisms that facilitate the contribution by world citizens of all levels and age, and I am pleased that the Global Marshall Plan initiative has endorsed such a multi-stakeholder approach. Youth should be an integral part of the global discussion leading to an action plan, since they will be called upon to implement such a plan.”

Patricia McBroom vom Global Marshall Plan USA äußert:

"After a 27-hour return to California and 12 hours of sleep, I am beginning to readjust after the incredible conference we all attended in Berlin. It stretched me in many ways, changing my life in the long-term. The activities you designed for us on Wednesday afternoon were especially challenging--much like the task we have undertaken!”

Rupert Neudeck, Green Helmets, Gründer Komitee Cap Anamur:

„Unter den Teilnehmern der Veranstaltung war auch der Chef des UN-Umweltprogramms Klaus Töpfer, der österreichische Vizekanzler a.D. Joseph Riegler, der Vorsitzende des Komitees für ein Weltparlament, Ex-Präsident Olivier Giscard d’Estaing. Es wurde mit den besten technologischen Kommunikationsinstrumenten gearbeitet, die in ein interaktives Online-Portal münden sollen. In wenigen Monaten wird es die Website www.global-commons.org geben. Diese große Initiative sollte man sehr ernst nehmen, es ist der Versuch aller verantwortungsbewussten alternativen Politiker, Wissenschaftler, Journalisten, aber auch aller Bürgerinnen und Bürger, sich nicht mit der real existierenden UNO und ihren viel zu abgehobenen Megainstitutionen und Trägheiten zu begnügen. Es ist jetzt an der Zeit, sagte Prinz Hassan, ‚einen Dialog zu beginnen und alle Bewohner unseres Planeten aufzurufen, über verantwortungsvolle Maßnahmen zu entscheiden.“

Eine besondere Gelegenheit, die Ideen der Coalition for the Global Commons in die Weltöffentlichkeit zu tragen, bot sich am 22. Mai 2008. Auf der UN-Generalversammlung in New York thematisierte Prinz El Hassan unter dem Titel „Dignity and Justice for All of Us: Human Security on the Global Commons“ zentrale Aspekte einer menschlichen Sicherheits- und Friedenspolitik. Hierzu zählt der Umgang mit Bevölkerungswachstum und Migration, die Bekämpfung von Armut und Hunger, die angemessene Verteilung von Ressourcen und Finanzen sowie Fragen zukunftsweisender Energieerzeugung im Sinne ökologischer und ökonomischer Nachhaltigkeit.

Die offizielle Webseite des österreichischen Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer schreibt über Prinz Hassan und seine Rolle als globaler Vorreiter für Nachhaltigkeit, Ausgleich und Beteiligung:

„Der 60-jährige machte sich unter anderem als Vorsitzender des Club of Rome (1999-2006), dem "Royal Institute of Interfaith Studies" in Amman und zuletzt als Mitbegründer des internationalen Netzwerkes "Coalition for the Global Commons" einen Namen als Visionär.“

englisches Redemanuskript einsehen

Bericht über die Tagung im Global Commons Berlin Blog
Bericht über die Tagung im Kosmos-Journal (englisch)

Das interaktive Kubikfoto³:

http://www.berlin-global-commons.org

Weitere Informationen über die Bemühungen um einen globalen Marshall-Plan und die Möglichkeit, den Newsletter zu abonnieren, finden Sie auf der Webseite

www.globalmarshallplan.org.

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